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eBay als Nebenverdienst – was muss ich beachten?

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In den frühen 2000er Jahren gab es Mutige, die daran geglaubt haben, mit dem Internet Geld verdienen zu können. Heute sind sie erfolgreiche Blogger/Vlogger, YouTuber, haben reichweitenstarke Fanpages in den sozialen Medien, erfolgreiche Nischenblogs… oder einen eBay-Account. eBay ist eine Auktions- und Verkaufsplattform, auf der theoretisch jeder etwas verkaufen oder versteigern kann. Um die sicherlich wichtigste Frage vorwegzunehmen: aufgrund des hohen Wettbewerbs ist ein Haupteinkommen auf diesem Wege schwierig, ein Nebeneinkommen ist jedoch vollkommen realistisch.

Wie funktioniert eBay?

Das Online-Auktionshaus mit dem bunten Buchstabenlogo ist heutzutage sicherlich nicht mehr der einzige Ort, um im Internet Geld zu verdienen. Er profitiert davon, dass er zur Zeit seiner Entstehung noch eine von wenigen Gelegenheiten darstellte, online Gebrauchtes und auch Neues zu shoppen – und zu verkaufen. Deswegen haben sehr viele frühe Internet-Nutzer heute noch einen Account und schauen auch regelmäßig vorbei, auch wenn es natürlich Alternativen wie Amazon, shpock, Mädchenflohmarkt und sehr viele weitere Märkte gibt. eBay-Händler eröffnen dort ihre eigenen Händlershops und bieten zu selbst definierten Preisen ihre Waren an, entweder zur Auktion, zum Sofortkauf oder gegen Gebot des Interessenten. Einige wenige Artikel lassen sich kostenlos einstellen, ab mehreren Verkäufen wird es kostenpflichtig.

Welche Umsatzgrenzen gibt es?

Die Umsatzgrenzen eines eigenen eBay-Händlershops sind nicht durch die Plattform, sondern durch den Gesetzgeber geregelt. Ab mehreren Verkäufen kostet zwar das Einstellen auf eBay einen Anteil des Verdienstes, wenn das Produkt verkauft wird. Der tatsächliche Verdienst kann aber die steuerliche Situation eines Händlers ändern. Wer Arbeitslosengeld I oder II oder die Rente bezieht, sollte sich beim Träger über die genaue Grenze informieren und diese keinesfalls überschreiten. Als Nebenerwerb darf man maximal 400€ pro Monat steuerfrei dazuverdienen. Trotzdem müssen diese Einnahmen in der Steuererklärung angegeben werden, weshalb man lieber etwas weniger Zeit in den Händlershop investiert, anstatt über diese Grenze zu kommen – andernfalls wird das Einkommen versteuert und man ist auch dafür sozialabgabenpflichtig, sodass wenig übrig bleibt. Sinnvoller wäre es dann, ein Gewerbe für die eBay-Tätigkeit anzumelden.

Die ebay Oberfläche ist vielen Vetraut

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Worauf muss ich steuerlich achten?

Wer nicht mehr als 400€ im Monat verdient, muss zwar in der Steuererklärung den Verdienst angeben, aber nichts davon abgeben. Anders ist das, wenn es mehr wird – in diesem Fall werden abhängig vom Verdienst Steuern und Sozialabgaben abgezogen. Am besten lässt man sich bereits jetzt vom Steuerberater beraten. Wenn sehr viel abgezogen wird, ist eine Gewerbeanmeldung sinnvoll, in diesem Fall als Kleinunternehmer. Das heißt, man kann ohne Berechnung der Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) verkaufen, betriebliche Anschaffungen aber auch nicht steuerlich absetzen. Dazu darf der Umsatz im vorherigen Kalenderjahr nicht höher als 17.500€ gewesen sein und im jetzigen Kalenderjahr 50.000€ nicht übersteigen. In diesem Fall sowie dann, wenn ein gewöhnliches Gewerbe angemeldet wird, müssen Einkünfte in der Steuererklärung angegeben werden und es wird Einkommensteuer darauf fällig. Diese sollte jeden Monat zurückgelegt werden, um hohe einmalige Zahlungen zu verhindern. Ein Gespräch mit dem Steuerberater hilft, derartige Fragen im Einzelfall zu klären.

Verdienen Leute hauptberuflich Geld mit eBay?

Es gibt durchaus Händler, die mit eBay hauptberuflich Geld verdienen. Sie waren die Händler der ersten Stunde, deren Händlershops seit den frühen 2000er Jahren existieren und die sehr wahrscheinlich eine Nische gefunden haben oder alternativ eine sehr breite Palette an Produkten anbieten. Bei den frühen Einsteigern handelte es sich vielfach um Händler, die schon einen Online-Shop hatten oder haben oder Erfahrungen auf Trödelmärkten gesammelt hatten und ihre Produkte jetzt online anboten. Heutzutage ist der Wettbewerb natürlich viel höher, weshalb es nicht mehr so leicht ist wie früher, eine eigene Nische zu finden. Weiterhin ist das Online-Auktionshaus nicht für jede Art von Produkt das Richtige. Selbstgemachtes, Vintage- oder Second Hand-Klamotten beispielsweise haben inzwischen eigene Plattformen, auf denen sie hauptsächlich angeboten werden können – die Online-Auktion spielt dann nur noch eine Nebenrolle.

Hat das Modell Zukunftschancen?

Wer etwas händlerisches Geschick, gutes Verständnis eines oder einiger Produkte und Online-Affinität mitbringt, kann auf eBay durchaus noch einen netten Verdienst erwirtschaften. Je mehr Zeit man investieren kann, desto größer natürlich auch die Chancen auf Verkäufe. Mittlerweile hat das Auktionshaus eBay jedoch auch seine feste Nische im Internet gefunden. Wer hierher kommt, sucht meist Gebrauchtes oder sehr günstige Produkte in größerer Menge, manchmal in der eigenen Nähe für eine schnelle Abholung. Deswegen gehen viele eBay-Händler nach dem Prinzip Trödelmarkt vor: sie kaufen preiswert Produkte ein, von denen sie wissen, dass sie sie teurer weiterverkaufen können, und tun das über das Online-Auktionshaus. Für manche Produkte gibt es heute jedoch weitere Portale, auf denen sie sich besser verkaufen lassen. Dazu gehören Flohmarkt-Apps oder Tausch- und Verkaufsbörsen. Möchte man sich also in diesem Umfeld versuchen, sollte man je nach Produkt vielleicht nicht nur eBay, sondern auch die anderen Plattformen und Marktplätze ins Visier nehmen, um einem möglichen Kunden dort zu begegnen, wo er das Produkt am ehesten sucht.

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