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Dolmetschen in einer Dolmetscherschule: Fremdsprachen als Einnahmequelle

Fremdsprachen: einige Berufsfelder und Verdienstmöglichkeiten

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Geld verdienen mit Milch und Fremdsprachen.

Früher melkten die Leute ihre eigenen Kühe, heute gehen sie in den Supermarkt und kaufen mit Hilfe von Geld die fertig abgepackte Milch. Die Milchkuh ist in der Marktwirtschaft so auch zur Geldkuh geworden. Mit Sprachen ist es nicht anders: Früher verständigten Menschen sich oft nur in den Sprachen, die sie sowieso beherrschten. Heute kaufen sie die Verständigung in Fremdsprachen mit Hilfe von Geld.

Fremdsprachen: Verständigung auf vielen Kanälen.

Die Verständigung in einer Sprache erfolgt auf unterschiedlichen Kanälen. Zunächst mal gibt es die gesprochene und die geschriebene Sprache. Das ist die Sprachproduktion. Mit Sprechen und Schreiben wird Sprache produziert. Auf der rezeptiven Seite wird hingegen die produzierte Sprachmenge konsumiert. Sprachverbraucher lesen also oder hören der Sprachproduktion zu. Für die Praxis bedeutet das, dass man Geld mit Sprechen, Schreiben, Lesen und Hören von Fremdsprachen verdient. Die jeweiligen Berufsbilder und Einsatzfelder unterscheiden sich.

Kanal Schrift: Übersetzen ist Arbeit mit geschriebenen Texten.

Übersetzen ist das Übertragen eines Textes aus der Ausgangssprache in eine Zielsprache. Übersetzer arbeiten also mit schriftlichen Dokumenten. Es gibt technische Übersetzungen, juristische Übersetzungen und beglaubigte Übersetzungen. Es muss nicht immer eine komplett fremde Sprache sein: Auch Arztbefunde müssen für einige Menschen “übersetzt” werden! Übersetzer arbeiten entweder fest angestellt an einem Übersetzungsbüro oder freiberuflich. Idealerweise haben sie einen Hochschulabschluss oder eine Berufsausbildung zum staatlich geprüften Übersetzer absolviert. Die Abwicklung des Übersetzens als Dienstleistung ist seit 2015 durch die ISO-Norm 17100 geregelt. Beglaubigte Übersetzungen werden von einem ermächtigten Übersetzer beglaubigt. Ermächtigte Übersetzer sind vom Oberlandesgericht zugelassen, um die Vollständigkeit und Korrektheit von Übersetzungen zu bestätigen.

Kanal Sprechen: Dolmetschen ist simultanes Übertragen von Gesprochenem.

Früher waren sich Übersetzen und Dolmetschen ähnlich, da Dolmetscher oft schon vorher ein schriftliches Manuskript mit den zu übersetzenden Bemerkungen gehabt hatten. In der modernen, schnellen Medienwelt besteht ein großer Unterschied: Dolmetscher übertragen simultan, ohne Insider-Kenntnisse, Gesprochenes von einer Ausgangs- in eine Zielsprache. Sie arbeiten in diesen typischen Dolmetscherkabinen. Es gibt spezielle Ausbildungsgänge für Dolmetscher.

Sprache am Arbeitsplatz verstehen: Fremdsprachenkorrespondent.

Fremdsprachenkorrespondenten haben eine Berufsausbildung hinter sich, die sie befähigt, Geschäftskorrespondenzen abzuwickeln. Je nach persönlichem Profil verfügen diese Fachleute also über exzellente Fremdsprachenkenntnisse und wissen auch, wie man diese Fremdsprachenkenntnisse konkret am Arbeitsplatz in der Geschäftswelt sinnvoll einsetzt. Sie arbeiten entweder fest angestellt bei einem Betrieb, gründen ihren eigenen Betrieb oder arbeiten freiberuflich. Ihr Arbeitsfeld überdeckt sich teilweise mit dem der Übersetzer.

Gesprächsdolmetscher: Damit Gespräche Sinn machen und zu einem Ergebnis kommen.

Gesprächsdolmetscher sind entweder Dolmetscher oder auch erfahrene Fremdsprachenkorrespondenten. Ihre Aufgabe besteht darin, die Kunden bei Gesprächen zu begleiten. Neben den formalen Kenntnissen der Fremdsprache verfügen diese Gesprächsdolmetscher daher auch über interkulturelle Kompetenzen. Sie haben ein hohes Verständnis der kulturellen Gepflogenheiten in den jeweiligen Sprachen. Sie helfen mit, die Gespräche zu lenken und zum gewünschten Abschluss hinzuführen.

Fremdsprachendidaktik: Sprachen unterrichten.

Es gibt einen globalen Markt für Fremdsprachenkurse. Englisch ist weltweit wahrscheinlich die am häufigsten unterrichtete Fremdsprache. In Deutschland ist auch DaF, also Deutsch als Fremdsprache, sehr wichtig. An normalen Schulen unterrichten Lehrer, die die Staatsexamen abgeschlossen haben. Sprachschulen sind aber viel flexibler und experimentierfreudiger, was die formalen Voraussetzungen anbetrifft. Sprachbegabte Menschen, die eine Fremdsprache gut beherrschen und außerdem Freude am Unterrichten haben, versuchen einfach, Sprachen zu unterrichten. Wer mit Sprachunterricht Geld verdient, muss wirklich eine besondere didaktische Begabung haben. Außerdem erfordert diese Tätigkeit auch sehr viel Übung und somit Durchhaltevermögen. Ein guter Sprachlehrer entsteht nicht über Nacht.

Wie viele Sprachen sind notwendig, um mit Fremdsprachen Geld zu verdienen?

Eine Fremdsprache ist immer fremd im Vergleich mit einer anderen Sprache. Deshalb sind mindestens zwei Sprachen notwendig, damit der Begriff Fremdsprache überhaupt Sinn macht. Mit der Muttersprache allein lässt sich kein Geld mit Fremdsprachen verdienen. Man sieht sofort, dass dann Übersetzen und Dolmetschen unmöglich sind. Aber auch das Unterrichten von Sprachen funktioniert flüssiger und besser, wenn die Sprachlehrer ein sehr gutes Verständnis der Kultur und der Ausgangssprache der Sprachschüler mitbringen. Das ist nicht unbedingt notwendig, aber auf jeden Fall von Vorteil.

Barrierefreiheit und Gebärdensprachdolmetscher.

Im Rahmen der Barrierefreiheit ist vorgesehen, dass behinderte Menschen nicht aus dem Sozialleben ausgeschlossen werden. Da gibt es nun ein ganz besonderes Arbeitsgebiet für Fremdsprachler. Menschen mit starker Hörbehinderung, die nicht hören und nicht sprechen, verständigen sich mit unterschiedlichen Gebärdensprachen. Gebärdensprachdolmetscher sind Gesprächsdolmetscher speziell für diese Behindertengruppe. Sie übertragen schriftliche und gesprochene Sprache in die Zielgebärdensprache und umgekehrt. Die Bezahlung erfolgt teilweise aus öffentlichen Mitteln, da die Gesetzgebung selbst diesen Beruf vorsieht, um die Barrierefreiheit zu garantieren.

Ehrenamtliches Arbeiten: Arbeiten ohne Lohn.

Ehrenamtliche Helfer arbeiten als Sprachlehrer, Gesprächsdolmetscher und auch in der Behindertenarbeit. Wer ehrenamtlich arbeitet, verdient kein Geld damit. Diese ehrenamtlichen Helfer haben oft ein gesichertes Einkommen aus anderen Tätigkeiten oder sind schon pensioniert. Ehrenamtliche Hilfe ist dann besonders erfüllend, wenn sich ein tieferer, religiöser Sinn dahinter verbirgt. Viele Menschen sind sehr glücklich, wenn sie zum Beispiel in der Kirchengemeinde mithelfen. Wer jedoch kein Geld aus anderen Quellen verdient, sollte zunächst unbedingt dem Geldverdienst und dem Aufbau einer gesicherten Zukunft den Vorrang geben.

 

Bildquelle: Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication-by-naash

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