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Freelancer in Heimarbeit

Jobs im Internet als Heimarbeit – funktioniert das?

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Im eigenen Home-Office arbeiten– davon träumen viele Berufstätige. Während sich die anderen durch Staus und schlechtes Wetter zum Arbeitsplatz quälen und sich dort mit Kollegen und Kunden herumschlagen müssen, verspricht das Arbeiten in den eigenen vier Wänden Ruhe, Konzentration und eine flexible Zeiteinteilung. Gerade Freiberufler setzen gern auf Heimarbeit, um die Kosten für Räumlichkeiten und Equipment möglichst gering zu halten. Aber funktioniert das freiberufliche Arbeiten von zuhause aus wirklich?

Welche Jobs stehen im Internet zur Auswahl?

 

Das Internet bietet eine Fülle an Informationen, Dienstleistungen und Produkten. Darunter befinden sich auch zahlreiche Jobangebote, die in Heimarbeit ausgeführt werden können. Diese unterscheiden sich zunächst einmal in zwei Kategorien:

1. Jobs, für die eine Ausbildung/fachliche Vorbildung erforderlich ist, und
2. Jobs, die ganz ohne Vorkenntnisse möglich sind.

In die erste Kategorie fallen beispielsweise Aufträge für Texter, Übersetzer, Lektoren, Grafik-Designer oder Web-Designer. Voraussetzung sind fachliche Kenntnisse und im Idealfall bereits praktische Erfahrungen im jeweiligen Bereich. Auch Quereinsteiger können hier durchaus Aufträge erhalten, sofern sie die Anforderungen der Kunden erfüllen können. Die zweite Kategorie besteht aus fachlich eher einfach gehaltenen Jobs wie etwa dem Teilnehmen an Umfragen oder dem Recherchieren von Adressen. Auch Callcenter-Tätigkeiten auf freiberuflicher Basis sind vom Home-Office aus denkbar. Diese können oftmals ebenfalls ohne Vorkenntnisse ausgeübt werden.

Wie sieht es mit der Bezahlung aus?

Naturgemäß werden ausgebildete oder erfahrene Freiberufler die Aufträge erhalten, die besser bezahlt sind, denn der Kunde bezahlt das Know-how mit und erhält entsprechend natürlich auch fachlich besseres und hochwertigeres Ergebnis. Für Recherchetätigkeiten oder die Teilnahme an Umfragen werden dagegen teils sehr geringe Beträge gezahlt – hier macht es die Masse an Einheiten, die bearbeitet wird. Grundsätzlich eignen sich diese Jobs eher für einen Nebenverdienst; davon zu leben, erfordert einen massiven Arbeitsaufwand, der meist in keinem Verhältnis steht.

Heimarbeit-Jobs, die an erfahrene oder ausgebildete Freiberufler gehen, können dagegen bei einem vergleichbaren Arbeitsaufwand durchaus mit einem Vollzeit-Gehalt mithalten – vorausgesetzt, das Honorar kann alle anfallenden Kosten wie zum Beispiel die aus eigener Tasche zu zahlende Krankenversicherung decken. Wichtig ist hier besonders das stetige Akquirieren von Kunden und Aufträgen, sodass regelmäßige Jobs und somit auch regelmäßige Bezahlungen erfolgen.

Um welche Formalitäten müssen sich Freelancer kümmern?

Wer vom Home-Office aus auf freiberuflicher Basis tätig werden möchte, benötigt zunächst eine Steuernummer. Diese wird auf Anfrage vom zuständigen Finanzamt ausgegeben. Nach erfolgter Beantragung dauert es zwischen wenigen Tagen und vier Wochen, bis die Steuernummer für die freiberufliche Tätigkeit zugestellt wird. Auf jeder Rechnung, die der Freelancer stellt, muss sie angegeben werden. Ob Umsatzsteuer bezahlt werden muss, hängt von der Höhe der Einnahmen an – Kleinunternehmer, worunter zumindest in der Anfangszeit auch die meisten freiberuflichen Heimarbeiter fallen, sind von dieser ausgenommen.

Freiberufler müssen sich selbst um ihre Krankenversicherung kümmern und die Beiträge aus eigener Tasche bezahlen. Wer aber als Grafik- oder Web-Designer, Texter oder Übersetzer arbeitet, hat gute Chancen, in der Künstlersozialkasse KSK aufgenommen zu werden. Diese übernimmt die Beiträge für Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung anteilig, was eine deutliche finanzielle Entlastung darstellt.

Auf welchen Plattformen sollten sich Freiberufler anmelden?

Vor dem Start in die Freiberufler-Laufbahn im Home-Office steht die Frage: Woher sollten die Kunden und Aufträge kommen? Im Internet finden sich dazu zahlreiche Plattformen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, freiberuflich Tätige und Auftraggeber zusammenzubringen und Jobs zu vermitteln. Zu den gefragtesten Anbietern in diesem Bereich gehören unter anderem

Upwork
Upwork, eine Fusion zwischen Elance und ODesk, ist eine englischsprachige Plattform, die Freelancer bzw. Jobs aus den unterschiedlichsten Bereichen vermittelt. Auftraggeber stellen ihre Aufträge ein, und qualifizierte Freiberufler können je nach Umfang, Anspruch und Zeitaufwand Angebote abgeben. Den Zuschlag erhält, wer am Schnellsten und Günstigsten arbeitet. Teilweise sind hier gut bezahlte Aufträge zu holen – die Konkurrenz ist allerdings groß.

Backinjob
Backinjob ist keine reine Plattform für Freiberufler, sondern eine allgemeine Jobbörse. Allerdings können sich auch Freelancer mithilfe der Filterfunktion passende Aufträge finden, die besonders im kreativen Bereich oftmals bereits im Home-Office angeboten werden. Freiberufler sind hier sehr gefragt und können auch Auftraggeber für längerfristige Zusammenarbeiten aus sich aufmerksam machen.

Freelancer.de
Ähnlich wie Upwork handelt es sich bei Freelance.de um eine Plattform, die sich ausschließlich mit freiberuflichen Tätigkeiten befasst. Nach erfolgter Registrierung können sich Freiberufler zu ihren Fähigkeiten passende Jobs anzeigen lassen oder die Filterfunktion nutzen, um freie Aufträge in ihrem Bereich zu finden. Der größte Pluspunkt des Anbieters ist die Vielzahl und Vielfalt an Jobs; der größte Nachteil (auch hier) die Konkurrenz.

Pro/contra Home-Office: Welche Gefahren lauern, welche Chancen gibt es?

Wer sich entscheidet, als Freiberufler in Heimarbeit tätig zu werden, sollte diesen Schritt gut planen und sich bereits vor Beginn der Arbeitsaufnahme über Möglichkeiten, Kosten und Alternativen informieren. Eine Gefahr liegt in der Unsicherheit, ob immer ausreichend gut bezahlte Aufträge vorhanden sein werden und die anfallenden Kosten getragen werden können. Ein weiterer Risikofaktor ist die Zahlungsmoral mancher Kunden, die deutlich verspätet oder gar nicht bezahlen. Hier kann sich eine Rechtsschutzversicherung lohnen, falls ein Anwalt beauftragt und/oder vor Gericht gezogen werden muss.

Gleichzeitig kann ein fähiger, flexibler und kreativer Freiberufler auch in Heimarbeit gut verdienen und sich dabei ein Höchstmaß an beruflicher und zeitlicher Freiheit ermöglichen. Gefragt sind hierbei ein gutes Gespür für den richtigen Auftrag sowie den Kunden und etwas Geduld. Für den Einstieg ist es ratsam, die Arbeit im Home-Office erst einmal nebenberuflich auszuüben und sich einen Kundenstamm aufzubauen – auf diese Weise werden die Risiken deutlich minimiert.

Bildquelle: bigstock ID 105695156 by Dragon Images

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