nebenverdienst.de

Bei einem Nebengewerbe muss man einiges beachten (Bildquelle: BigStock-ID-44933047-dolgachov)

Nebenverdienst durch Nebengewerbe – Was ist zu beachten?

| Keine Kommentare

Einen Nebenverdienst können heute viele gebrauchen. Neben dem klassischen 450 € Job gibt es auch die Möglichkeit durch eine selbständige Tätigkeit einen Nebenverdienst zu erzielen. Dies geschieht oft in Form eines Nebengewerbes. Allerdings sind hierbei einige Dinge zu beachten.

Was ist ein Nebengewerbe?

Die Definition eines Nebengewerbes setzt sich aus zwei Teilen zusammen:

  1. Es handelt sich um eine gewerbliche Tätigkeit
  2. Es wird nur ein Nebeneinkommen erzielt

Um ein Nebengewerbe handelt es sich nur, wenn beide Bedingungen erfüllt sind. Das ist keine Haarspalterei, sondern hat Auswirkungen auf z. B. Steuer und Krankenkassenbeiträge. Daher sollte man sich mit dieser Frage näher beschäftigen. Wichtig ist, dass Sie sich alle Informationen zum Nebengewerbe zusammengefasst durchlesen um von Anfang an auf der sicheren Seite zu sein.

Was ist eine gewerbliche Tätigkeit?

Ein Gewerbe ist eine Tätigkeit, die selbständig ausgeführt wird, nach außen gerichtet ist, mit der ein dauerhafter Gewinn erzielt werden soll und die keine freiberufliche Tätigkeit ist. Freiberuflich arbeiten z. B. Ärzte, Rechtsanwälte, Steuerberater oder Schriftsteller. Die meisten manuellen Tätigkeiten fallen unter den Begriff des Gewerbes. Eine weitere Bedingung für ein Gewerbe ist die regelmäßige, auf Dauer angelegte Tätigkeit.
Außerdem muss eine ernsthafte Gewinnerzielungsabsicht gegeben sein. Wenn Sie z. B. als Hobbygärtner ein oder zwei seltene Pflanzen in ihrem Garten haben, von denen Sie gelegentlich Samen oder Ableger an andere Hobbygärtner verkaufen, nehmen Sie damit ein bisschen Geld ein. Ein Gewerbe ist es aber nicht, da es sich um unregelmäßige, geringe Einnahmen handelt, die die Kosten kaum übersteigen dürften. Anders sieht es aus, wenn Sie gezielt Pflanzen für den Verkauf züchten. Auch wenn in den ersten ein oder zwei Jahren die Kosten für Gewächshäuser usw. die erzielten Erlöse übersteigen, können auf Dauer Gewinne erzielt werden. Dann handelt es sich um ein Gewerbe.

Wie wird das Nebengewerbe von dem Hauptgewerbe abgegrenzt?

Auch hier müssen mehrere Bedingungen erfüllt sein, damit die gewerbliche Tätigkeit als Nebengewerbe gilt.

    1. Die Tätigkeit kann natürlich nur dann ein Nebengewerbe sein, wenn es eine Haupttätigkeit gibt. Ob sie diese Haupttätigkeit als Angestellter, Beamter, Freiberufler oder Selbständiger, Vollzeit oder Teilzeit ausüben, ist dabei nicht wichtig. Diese Haupttätigkeit kann auch Rentenbezug, Studium oder Arbeitslosigkeit sein. In diesen Fällen sind Zuverdienstgrenzen zu beachten. Entscheidend ist, dass durch die Haupttätigkeit ihr Lebensunterhalt zumindest hauptsächlich erzielt wird. Beispiele hierfür sind:
      • Ein im Hauptberuf Vollzeit angestellter Mechaniker, der neben seinem Beruf für mehrere Hausbesitzer Hausmeistertätigkeiten ausübt.
      • Eine in Teilzeit beschäftigte Verwaltungsangestellte, die nebenbei für mehrere ältere Hausbesitzer Gartenarbeiten durchführt.
      • Ein Student, der Bafög bezieht und neben seinem Studium EDV-Arbeiten anbietet.
    2. Die regelmäßige Arbeitszeit darf 15 Stunden pro Woche nicht übersteigen.

Zuverdienstgrenzen bei einem Nebengewerbe

Arbeitslose, Rentner, Studenten und Eltern im Erziehungsurlaub müssen Zuverdienstgrenzen beachten. Die Zuverdienstgrenze ist der Betrag, der hinzu verdient werden darf, ohne dass es Folgen für die Sozial-Leistungen hat.
Wer Arbeitlosengeld I bezieht, darf 165 € im Monat abzugsfrei hinzuverdienen, bei Bezug von Arbeitslosengeld II sinkt diese Grenze auf 100 € pro Monat. Rentner, die das Renteneintrittsalter erreicht haben, dürfen beliebig hinzuverdienen. Bei Rentnern, die früher in Rente gegangen sind, bleiben bis zu 450 € pro Monat abzugsfrei. Auch Studenten, die Bafög beziehen, können pro Monat 450 € hinzuverdienen. Im Erziehungsurlaub wird der gesamte Zuverdienst vom Erziehungsgeld abgezogen.

Steuerfragen bei Nebengewerbseinnahmen

Die Gewinne aus einem Gewerbe, auch einem Nebengewerbe, müssen natürlich versteuert werden. Zusätzlich muss ein Gewerbebetrieb Gewerbe- und Umsatzsteuer zahlen. Für ein Nebengewerbe empfiehlt es sich zu prüfen, ob die Kleinunternehmer-Regelung in Anspruch genommen werden kann. Dann sind weder Gewerbe- noch Umsatzsteuer zu zahlen. Damit entfällt auch die Pflicht zur Umsatzsteuer-Voranmeldung. Es darf allerdings auch kein Umsatzsteuervorabzug vorgenommen werden. Diese Regelung kann in Anspruch genommen werden, muss es aber nicht. Verzichtet man auf die Kleinunternehmer-Regelung, ist man allerdings für fünf Jahre daran gebunden. Daher sollte dies gründlich überlegt werden.

Verdienstgrenze für die Kleinunternehmer-Regelung

Der Umsatz darf im vergangenen Jahr 17.500 € nicht überschritten haben und darf im laufenden Jahr voraussichtlich 50.000 € nicht überschreiten. Für das erste Betriebsjahr muss der Umsatz glaubhaft geschätzt werden, da ja noch keine Umsatzzahlen vorliegen.

Buchführung

Prinzipiell besteht für einen Gewerbebetrieb Buchführungspflicht. Davon ausgenommen sind Kleinunternehmen. Diese können den Gewinn durch eine einfache Gewinn-Verlust-Rechnung ermitteln. Übersteigt der Umsatz des Kleinunternehmens 17.500 €, entfällt die Kleinunternehmer-Regelung. Bleibt der Umsatz aber unter 50.000 € ist der Gewerbebetrieb trotzdem nicht buchführungspflichtig.

Krankenkasse und Rentenversicherung

Solange die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit 15 Stunden nicht übersteigt und das Einkommen hauptsächlich aus der Haupttätigkeit resultiert, ist keine zusätzliche Krankenkassenanmeldung erforderlich. Werden diese Grenzen überschritten, muss der Gewerbetreibende eine entsprechende zusätzliche Krankenversicherung abschließen, entweder als freiwillig Versicherter in der gesetzlichen Krankenkasse oder bei einer privaten Krankenkasse.

  • Übersteigt das Einkommen aus dem Nebengewerbe die Geringfügigkeitsgrenze von 450 € müssen entsprechende Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt werden.

Was muss vor bzw. bei der Aufnahme eines Nebengewerbes getan werden?

  • Ein Gewerbe muss angemeldet werden. Dies geschieht beim Gewerbeamt der Stadt. Eine Gewerbeanmeldung ist nicht teuer und schnell zu erledigen. Man bekommt dann einen Gewerbeschein
  • Dem Finanzamt muss die Aufnahme der Gewerbetätigkeit angezeigt werden. Es verschickte dann einen entsprechenden Erfassungsbogen
  • Das Gewerbe muss bei der IHK oder Handwerkskammer angemeldet werden
  • Die Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft sollte man nicht vergessen
  • Eventuell muss man sich über Finanzierungsmöglichkeiten informieren
  • Für die Aufnahme von Krediten ist oft die Erstellung eines Business-Plans erforderlich
  • Eventuell sollte man einen Buchführungskurs absolvieren

Mögliche Rechtsformen für ein Nebengewerbe

Theoretisch kommen für einen Nebengewerbebetrieb alle Rechtsformen in Frage, die auch ein Gewerbebetrieb haben kann. In der Regel wird es sich aber um ein Einzelunternehmen handeln. Ein Einzelunternehmer haftet mit seinem gesamten Vermögen. Daher kann es sinnvoll sein, eine entsprechende Betriebshaftpflichtversicherung abzuschließen. Aus Haftungsgründen kann es auch vorteilhaft sein, eine GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) zu gründen. Hierzu ist ein Stammkapital von 25.000 € erforderlich und die Gesellschaft muss in das Handelsregister eingetragen werden. Eine GmbH ist auch zur ordnungsgemäßen Buchführung, d. h. zur Bilanzierung verpflichtet. Die Haftung ist dann aber auf das Kapital der GmbH beschränkt, der oder die Gesellschafter haften also nicht mit ihrem Privatvermögen.

Bildquelle:
BigStock-ID: 44933047 by dolgachov

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.