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Rechte & Pflichten bei Nebentätigkeiten

Zustimmung des Arbeitgebers einholen

Das Grundgesetzt garantiert jedem Bundesbürger das Recht auf freie Berufsausübung. Sie können Ihren Beruf und Arbeitsplatz also grundsätzlich frei wählen – das gilt natürlich auch für ein zweites Arbeitsverhältnis. Im Prinzip müssen Sie daher auch keine ausdrückliche Genehmigung Ihres Arbeitgebers einholen, wenn Sie eine Nebentätigkeit ausüben wollen.
Allerdings hat der Arbeitgeber in bestimmten Fällen das Recht, seinen Angestellten die Ausübung einer Nebentätigkeit zu untersagen. Die Nebentätigkeit kann Ihnen jedoch nur untersagt werden, wenn die Haupttätigkeit dadurch beeinträchtigt werden würde. Das muss der Arbeitgeber glaubhaft machen, ansonsten muss er der Nebentätigkeit zustimmen.

Oft verlangt der Arbeitsvertrag, dass der Arbeitnehmer sich alle Nebentätigkeiten genehmigen lassen muss. Auch wenn diese Klausel nicht in Ihrem Vertrag steht, sollten Sie Ihren Chef über den Nebenverdienst informieren.

Tätigkeiten für die Konkurrenz sind tabu

Wenn Sie eine Nebentätigkeit ausüben, darf dadurch nicht Ihre Leistung in Ihrem Hauptjob beeinträchtigt werden. Wenn Sie also bis spät Nachts in der Gastronomie jobben und am nächsten Morgen unausgeschlafen im Büro erscheinen und deshalb Ihre Pflichten vernachlässigen, kann Ihr Chef Ihnen die Nebentätigkeit verbieten. Das gleiche gilt für Nebentätigkeiten, die die Wettbewerbsinteressen Ihres Arbeitgebers beeinträchtigen. Das trifft dann zu, wenn Sie mit Ihrer Tätigkeit Ihrem Hauptarbeitgeber Konkurrenz machen.

Nebenjob im Urlaub

Weil Urlaub der Erholung und Freizeitgestaltung dienen soll, dürfen Sie während der Urlaubszeit keine Nebentätigkeit ausüben, so sagt es das Bundesurlaubsgesetz. Das gilt nicht für Tätigkeiten mit Erholungswert oder ehrenamtliche Tätigkeiten. Welche Tätigkeiten Erholungswert haben ist sicherlich Auslegungssache. Ein Beispiel wäre der Büroangestellte der Im Urlaub bei der Weinernte aushilft. Auch eine Tätigkeit als Animateur in einem Urlaubsclub kann Erholungswert haben. Informieren Sie Ihren Arbeitgeber auf jeden Fall, wenn Sie vorhaben während des Urlaubs eine Nebentätigkeit auszuüben.

Denken Sie nicht, dass es den meisten Arbeitgebern ohnehin egal ist, was ihre Angestellten im Urlaub machen! Ihr Arbeitgeber möchte Sie natürlich nach dem Urlaub wohlbehalten am Arbeitsplatz sehen. Er kann Schadenersatz verlangen, wenn Sie sich bei Ihrer Nebentätigkeit verletzen und nicht im Betrieb arbeiten können. Nehmen Sie das arbeiten im Urlaub also nicht auf die leichte Schulter.

Arbeiten im Krankheitsfall

Wenn Sie sich bei Ihrem Hauptarbeitgeber krankgemeldet haben, dann sollten Sie auch auf keinen Fall Ihren Nebenjob ausführen. Denn das wäre Betrug und kann im schlimmsten Falle zu einer fristlosen Kündigung führen. Was jedoch bei den meisten Arbeitnehmern noch fest verankert ist, ist dass bei Krankschreibung auch auf gar keinen Fall der Hauptjob durchgeführt werden darf. Das haben aber die Krankenkassen mittlerweile geändert. Denn wer arbeiten möchte, darf dieses auch tun. So ist man mittlerweile auch bei einer Krankschreibung auf dem Arbeitsweg und am Arbeitsplatz versichert. Denn die Krankschreibung ist „nur“ eine Einschätzung des Arztes der Genesungszeit. Sprich wenn Sie sich schon vor Ablauf der Krankschreibung wieder fit fühlen, dann gehen Sie ruhig arbeiten. Ihr Arbeitgeber wird sich freuen. Jedoch es gilt immer noch: Bei Krankschreibung keinen Nebenjob ausführen!

Nebenverdienst während der Arbeitslosigkeit

Wenn Sie arbeitslos gemeldet sind, müssen Sie der Bundesagentur für Arbeit unbedingt zeitnah mitteilen, wenn sie eine Nebentätigkeit ausüben. Bis zu 15 Stunden wöchentlich dürfen Sie arbeiten, wenn Sie mehr arbeiten verlieren Sie Ihren Leistungsanspruch. Mehr zu Thema Nebenverdienst und Arbeitslosengeld, und was Sie beachten müssen, wenn Sie Arbeitslosengeld oder ALGII (Hartz4) beziehen, lesen Sie hier: Nebenverdienst und Arbeitslosengeld.