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Was ist ein Minijob?

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Unter einem Minijob versteht man eine Arbeitsbeschäftigung, bei der die oberste Verdienstgrenze bei 450 Euro liegt. Bis zum 31.12.2012 war diese Art der Anstellung noch auf 400 Euro begrenzt, die Verdienstgrenze wurde aber am 1.1.2013 hochgesetzt. Umgangssprachlich wird diese Arbeit auch als 400-Euro-Job bzw. 450-Euro-Job bezeichnet. 

Minijobs sind frei von Sozialabgaben wie Rente, Arbeitslosenbeiträgen oder Krankenversicherungen, sodass also kein Brutto- und Nettolohn existiert sondern der Beschäftigte genau so viel ausgezahlt bekommt, wie er auch verdient. Der Arbeitgeber muss jedoch trotzdem Abgaben zahlen, die bei 13 % bei der gesetzlichen Krankenversicherung und bei 15% bei der gesetzlichen Rentenversicherung liegen. Hinzu kommen weitere Umlagen. Insgesamt muss der Arbeitgeber etwa 31% mehr aufwenden als der Lohn des Angestellten beträgt. Dazu kommen ggf. noch Beiträge an die Unfallversicherung. Anders ist es bei Privathaushalten, die jemanden auf 450-Euro-Basis anstellen, beispielsweise als Haushaltshilfe oder Babysitter. Hier müssen sowohl für die Krankenversicherung als auch die Rentenversicherung je 5% gezahlt werden, wenige Umlagen und insgesamt 1,6% Einheitsbeitrag an die Unfallversicherung.
Für den Arbeitnehmer besteht zwar grundsätzlich auch noch immer eine Rentenversicherungspflicht, jedoch kann sich er sich von dieser befreien lassen.
Ein Minijob kann neben der eigentlichen sozialversicherungspflichtigen Arbeit ausgeübt werden, ohne dass weitere Abgaben gemacht werden müssen. Im Jahr 2012 gab es in Deutschland allein 7,45 Millionen Menschen, die einem geringfügigen Arbeitsverhältnis, also einem Minijob, nachgingen. Die zeigt die wachsende Beliebtheit dieser Art von Arbeit, die besonders gern als Nebenverdienst ausgeübt wird. Es ist also zum Beispiel möglich, einen Teilzeitjob auszuüben, bei dem vielleicht 900 Euro netto ausgezahlt werden und zusätzlich noch einen 450-Euro-Job anzunehmen, sodass der monatliche Verdienst auf 1350 Euro angehoben werden kann, ohne dass für die geringfügige Beschäftigung Abgaben gezahlt werden. Auch für Studenten und Schüler sind Minijobs eine beliebte Gelegenheit, sich nebenher etwas Geld dazu zu verdienen. Oftmals sind Minijobs Helfertätigkeiten oder Jobs in der Dienstleistungsbranche, bei denen keine Vorausbildung notwendig ist. Inzwischen gibt es jedoch auch viele Minijobs in Branchen, wo nur Fachkräfte arbeiten dürfen.
Bei der 450-Euro-Grenze kommt es nicht darauf an, wie viele Stunden in der Woche man beschäftigt ist. Dies ist vom Stundenlohn abhängig, wichtig ist nur, dass die Verdienstgrenze nicht überschritten wird. Nur wenige Cents mehr machen die geringfügige Beschäftigung zu einer sozialversichungspflichtigen Beschäftigung, was die Auszahlung um einiges verringert.
Wichtig zu wissen ist, dass jeder nur einen Minijob annehmen darf. Wird ein Zweitjob angestrebt, darf dieser nicht mehr auf geringfügiger Basis sein, da sonst automatisch beide Beschäftigungen zu sozialversicherungspflichtigen Anstellungen werden. Es kann also entweder ein Minijob allein oder ein Minijob zusammen mit einer sozialversichungspflichtigen Arbeit angenommen werden, diese kann aber sowohl Voll- als auch Teilzeit sein. Ein Minijob ist also lohnenswert für alle, die sich sozialversicherungsfrei etwas dazu verdienen möchten. Ein geringer Prozentsatz Steuern wird jedoch vom Gehalt abgezogen.

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